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Persönlichkeiten: Hannes Rau
Von Franciska Bohl

Das spitzbübische Lächeln verschwindet nur für einen kurzen Moment. Dann bricht aus Hannes Rau wieder die Fröhlichkeit hervor. "Schach ist sehr anstrengend und wenn es ernsthaft betrieben wird, auf jeden Fall mehr als nur ein lustiges Kaffeespielchen." Der 17-Jährige lacht, er kennt das verbreitete Vorurteil, Schachspielen sei gar kein richtiger Sport. "Dabei muss man sich über Stunden konzentrieren und kann immer den entscheidenden Fehler machen."Eiserne Nerven sind also gefragt, und die hat Hannes Rau bereits bewiesen. Zum Beispiel mit dem Gewinn der Deutschen Jugend-Einzelmeisterschaft 1999 und 2001. Gute Erinnerungen hat er auch an die Mannschafts-Europameisterschaft in Ungarn vor knapp zwei Jahren. Dort wurde die Deutsche Jugendmannschaft Dritter. "Wir hatten im Schnitt jeden Tag eine Partie. Aber zwischendurch konnten wir auch mit dem Tretboot eine Runde auf dem Plattensee fahren", erzählt Hannes Rau.Beim SV Böckingen hat der Schüler angefangen, ernsthaft Schach zu spielen. Nach einer dreijährigen Zwischenstation beim SC Tamm spielt er seit einem Jahr am achten Brett für den Zweitligisten SC Eppingen. Dort ist der junge Heilbronner zwischen den 30- bis 40-Jährigen das Nesthäkchen im Team. Doch trotz des jungen Alters - an Spielerfahrung mangelt es Hannes Rau nicht. "Ich war sechs Jahre alt, als mir mein Großvater das Schachspielen beigebracht hat", sagt der Sportler. "Das hat mir von Anfang an Spaß gemacht." Mit acht Jahren trat er dann in den Verein ein. Die Begeisterung für sein Steckenpferd hat ihn also schon früh gepackt. Auch wenn nicht jeder nachvollziehen kann, warum ihn diese Sportart so in den Bann zieht. "Viele meiner Freunde finden Schachspielen langweilig und können sich nicht vorstellen, dass man bis zu sieben Stunden an einer Partie sitzen kann. " Ihn reize jedoch gerade die erforderliche Geduld sowie das strategische und logische Denken. Und dass beim Schach - trotz individuellen Kampfes - Teamarbeit eine Rolle spiele. Zum Beispiel, wenn die richtige Taktik abgesprochen wird. Auch die Geselligkeit sei ihm dabei wichtig. "Man trifft bei den Turnieren viele Bekannte und kann die Siege gemeinsam mit der Mannschaft feiern." Hoffentlich auch wieder am kommenden Spieltag. Da steht das große Duell gegen den Rivalen SC St. Ingbert an, wo der erste Schritt zum Aufstieg gemacht werden soll. Hannes Rau wird seine Partien wie immer "sehr offensiv " angehen. "Ein Unentschieden reicht mir nicht - ich spiele immer auf Sieg. " Und was sind seine sportlichen Ziele? "Der Aufstieg mit Eppingen. Dort muss ich mich auch erst einmal etablieren. Und dann möchte ich irgendwann einmal Großmeister oder Internationaler Meister werden." Damit jedoch genug Zeit für andere Dinge bleibe, solle Schach "immer nur ein Hobby bleiben". Spricht's, und lächelt verschmitzt.

Besucher seit 18. Sept. 1999:                                    

 

                  

© Schachverein 23 Böckingen
Seite zuletzt geändert am
25.06.2005