1923
Vorstand
Adolf Bachofer
Zusammensetzung der Vorstandschaft 1933
1.V. Bachofer, 2.V. Trinkner, Spielleiter Gustav Herrmann
(Vereinsmeister und Problemkomponist) Im Jahre 1923 schlossen sich
Böckinger Schachspieler zum Arbeiter-Schachclub zusammen, nachdem sie
vorher beim Heilbronner Arbeiter-Schachverein als Gäste gespielt
hatten. Daraus ergab sich eine jahrelange enge Beziehung des Böckinger
Schachvereins zur Schachabteilung des ASV. Gespielt wurde in der
Gaststätte, im Nebenzimmer oder in der Gartenlaube eines Mitglieds, des
Metzgermeisters Mogler. 1925 schlossen sich die Spieler dem im Vorjahr
gegründeten Böckinger Arbeiter-Sportkartell an und führten ein
blühendes Vereinsleben, bis zum Verbot und der Gleichschaltung aller
Vereine durch die Nationalsozialisten im Jahre 1933.Von da an spielte
man gezwungenermaßen im Zentralverein in Heilbronn. Zusätzlich traf
man sich besonders gern privat in den Cafés Walz und Mogler. Ein
Industrieller mit Namen Pfleiderer betätigte sich als Mäzen und fuhr
die Spieler zu ihrer großen Freude in seinem "Maybach" zu
Auswärtsspielen. Zurück
1946
Neugründung
als Schachverein 23 Böckingen
Vorstand
Fritz Trinkner
Zusammensetzung der Vorstandschaft 1948
1.V. Trinkner, 2.V. und Schriftführer
Eichelmann, Kassier Hesser, Spielleiter Ernst Schmid, Spielwart Siller
sen., Ausschuß Friedrich Löchner, Siller sen., Alfred Kirchdörfer.
Ein Jahr nach Kriegsende -1946 -
erlaubte die damalige Militärregierung den Wiederbeginn des
Vereinslebens des früheren Sportkartells unter der Bedingung, daß sich
die einzelnen Vereine zur Sport- und Kulturgemeinde Böckingen (SKG)
zusammenschließen. Um einen Neuanfang zu signalisieren, gaben sich die
Schachspieler den Namen Schachverein 23 Böckingen. Mit Fritz Trinkner
hatten sie auch wieder einen tatkräftigen Vorstand gefunden. In kurzer
Zeit stieg die Zahl der Mitglieder auf etwa 70 an. Erst nach der
Währungsreform im Jahre 1948 führte der wachsende Wohlstand zu einem
sinkenden Interesse an der Gemeinschaft im Verein. Die Mitgliederzahl
sank 1952 auf 29! Diese Zahl markierte lange Zeit den Normalzustand für
den Schachverein. Die Lautstärke im Sportheim störte die Konzentration
der Spieler immer mehr. Daher zogen sie in diesem Jahr um in "Geck`s
Saalbau", dessen Wirt ebenfalls Mitglied des Schachvereins war.
Trotz dieser Verbesserung der Spielverhältnisse hatten aber
"sang und klanglos", wie berichtet wird, einige hochbegabte
Spieler und rührige Funktionäre den Verein verlassen, um in Heilbronn
einen richtig starken Verein zu gründen, den Heilbronner Schachverein.
Schachfreund Ernst Schmid wurde in Böckingen Spielleiter für die
nächsten Jahre, Walter Sundheimer führte in mustergültiger Weise die
Protokolle. Um einen größeren Anreiz zu schaffen, stiftete der 2.
Vorstand Erich Kaps einen Pokal für ein Sommerturnier. Mitte der 50er
Jahre verzichtete Trinkner nach 10-jährigem Vorsitz wegen Überlastung
und aus gesundheitlichen Gründen auf seine Wiederwahl. In Anerkennung
seiner Leistung wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Zurück
1956
Vorstand
Alfred Kirchdörfer
Zum Nachfolger gewählt, konnte er auf
ein gutes Team von Mitarbeitern blicken: Erwin Friedel wurde 2. Vorstand
und Friedrich Fuchs Spielleiter. Damit wurde Schriftführer Walter
Sundheimer, der diese Funktion für ein Jahr zusätzlich übernommen
hatte, entlastet. Kassier blieb Hammel. Bald kamen auch wieder neue,
starke Spieler hinzu: Helmut Bechdolf, Eitel Jandt und Hartmut Marian.
1957 wird bereits Helmut Bechdolf als Spielleiter genannt. Neue Spiele
und Uhren wurden vom Verein angeschafft oder von einzelnen Mitgliedern
gespendet. Ein Mitteilungsblatt der SKG veröffentlichte damals einen
langen Bericht über den Schachverein. Zurück
1959
Vorstand
Hermann Hesser
Er übernahm das Amt von seinem
Vorgänger nach einer Kampfabstimmung. Erwin Friedel blieb aber 2.
Vorstand. Er machte auch den Schriftführer, als Walter Sundheimer
seinen Posten zur Verfügung stellte. Neuer Kassier wurde Paul Haas. Die
alten Funktionäre mit Bechdolf und den Mitgliedern des
Vereinsausschusses wahrten jedoch die Kontinuität der Vereinsführung. Zurück
1960
Vorstand
Paul Haas
Er stellte sich zur Verfügung, nachdem
sein Vorgänger wegen Überlastung nicht weitermachen konnte. Auch er
durfte sich auf die bewährte alte Garde verlassen: 2. Vorstand und
Schriftführer Erwin Friedel, Spielleiter Helmut Bechdolf, Kassier Erich
Riedrich. Die Mitgliederzahlen blieben in etwa gleich. Neuzugänge mit
einer höheren Spielstärke waren Roland Kordon, der von da an immer in
der 1. Mannschaft spielte, und Joachim Köhler, der die 2. Mannschaft
verstärkte. Seine Frau Toni war bis zum Wegzug des Ehepaares 1977 nach
Öhringen das einzige weibliche Mitglied des Schachvereins. Roland
Kordon wurde Pressewart und konnte mit seiner Stellung in der
"Heilbronner Stimme" durchsetzen, daß seine Artikel über den
Schachverein ziemlich ungekürzt gedruckt wurden. Joachim Köhler
stiftete einen Pokal eigens für vereinsinterne Blitzturniere. Zurück
1966
Vorstand
Adalbert Burkert
Dieser willigte ein, das Amt zu
übernehmen, nachdem sein Vorgänger wegen beruflicher Überlastung um
Ablösung gebeten hatte. Ausschlaggebend für die Übernahme war, daß
die übrige Vorstandschaft bei der Stange blieb und somit die
Hauptarbeit erledigte. Paul Haas machte wieder den Kassier. Trotzdem
begannen jetzt die Schwierigkeiten für den Verein: Frau Geck mußte
ihre Wirtschaft schließen, so daß der Schachverein sein Spiellokal
verlor. Carle`s Weinstube wurde eine neue, aber recht enge Heimat. Das
veranlaßte viele Spieler, den Spielabenden fern zu bleiben oder gar aus
dem Verein auszutreten. Die Spielstärke des Vereins blieb bestehen,
weil ein harter Kern um die Spieler Bechdolf, Jandt, Marian und Reichold
seine Spielstärke bei vielen privaten Treffen noch weiter steigerte.
Die Forderung nach einem besseren Spiellokal wurde immer dringender. Zurück
1970
Vorstand
Ernst Reichold
Auf Bitte seines Vorgängers übernahm
er die Funktion des 1. Vorstandes mit der Bedingung, nach einer
Wahlperiode von diesem wieder abgelöst zu werden. Die übrige
Vorstandschaft blieb bestehen. Als Kassierer stellten sich Toni Köhler
und Erich Gloß zur Verfügung. Mit seinen guten Verbindungen gelang es
dem neuen Vorstand nach der Schließung der Weinstube, von dem
neuen Pächter des Sonnenbrunnens das Nebenzimmer als Spiellokal zu
bekommen. Dieses Jägerzimmer war derart großzügig eingerichtet, daß
innerhalb kurzer Zeit nicht nur die alten Mitglieder wieder eintrafen,
sondern viele neue Gäste erschienen. Dennoch zeigte es sich, daß die
Spielstärke nicht mehr ganz für die Landesliga ausreichte. Zurück
1972
Vorstand
Adalbert Burkert
Wie versprochen übernahm er wieder
diese Arbeit. Auch Helmut Bechdolf bat als Spielleiter um Ablösung. Er
hatte sein Amt 15 Jahre lang ausgeübt. Joachim Köhler erklärte sich
dazu bereit und entfaltete eine rege Tätigkeit. Er entwickelte ein
eigenes Wertungssystem für die Spielstärke und zugleich die
Einsatzbereitschaft der einzelnen Spieler. Außerdem legte er hierfür
einen Ordner an, der zu den Vereinsakten gehört. 2. Vorstand blieb
Erwin Friedel. Kassier wurde Walter Sundheimer. Schriftführerin wurde
Toni Köhler. Jugendleiter wurde Erich Gloß. Das Jägerzimmer
wurde den Schachspielern immer häufiger vorenthalten. Als Ersatz
mußten sie in den Saal zu den übrigen Gästen ausweichen.Bisweilen war
nicht einmal mehr das möglich, und sie mußten umkehren. Es begann nun
eine Wanderung durch verschiedene Lokale, was die Neuzugänge nicht
verkrafteten und folglich wegblieben. Eine Ausnahme bildeten zwei
talentierte junge Spieler, Peter Kercher und Rolf Wunderlich. Ersterer
stellte sich sogar als Schriftführer zur Verfügung. Beide wurden in
der 1. Mannschaft eingesetzt und waren ein Volltreffer. Im
Jubiläumsjahr 1973 hatte der Verein kein Spiellokal. Dann fand er
ein Asyl im katholischen Gemeindehaus St. Kilian, wo ihm donnerstags das
Spielen ermöglicht wurde. Die Hoffnungen der Schachspieler zielten aber
auf ein Lokal, in dem sie freitags mit Aussicht auf den freien Samstag
spielen konnten. Trotzdem wurde beschlossen, das 50-jährige
Vereinsjubiläum zu feiern, wenn auch mit einem Jahr Verspätung. Die
Herausgabe einer Festschrift zu diesem Anlaß wurde durch die
hochherzige Spende von 1.000 DM von Ferdinand Stiegler erleichtert. Dem
Ausschuß, der das Jubiläum vorbereitete, gehörten an: Adalbert
Burkert, Helmut Bechdolf, Erwin Friedel, Paul Haas, Walter Sundheimer,
Joachim Köhler, Friedrich Fuchs und Ferdinand Stiegler. Als Termin
wurde der 25. Mai 1974, als Ort der Saal der SKG vereinbart. Der
Jubiläumsabend wurde ein voller Erfolg, ebenso die
Jubiläumsblitz-Veranstaltung am nächsten Tag. Auch die Kosten konnte
man schließlich verkraften. Knapp 320 DM mußte die Vereinskasse
hergeben.
Zusammensetzung der Vorstandschaft 21.
März 1974:
1.V. Adalbert Burkert, 2. V. Erwin
Friedel, Schriftführer: Peter Kercher, Kassier: Walter Sundheimer,
Spielleiter und Materialwart: Paul Haas, Jugendleiter: Erich Gloß,
Pressewart: Roland Kordon.
Im Herbst begannen Verhandlungen mit dem
Sozialamt der Stadt Heilbronn über die Benützung der Jugendräume im
neuerbauten Böckinger Bürgerhaus. Unermüdlich setzte sich Friedrich
Fuchs zusammen mit dem Vorstand für eine unentgeltliche Nutzung der
Räume durch den Schachverein ein. Einen verständnisvollen
Gesprächspartner fanden sie in Herrn Müller vom Sozialamt und beim
damaligen Kulturbürgermeister Erwin Fuchs. Am 25. April 1975 konnte der
Schachverein 23 Böckingen zum erstenmal das Rombach-Zimmer im
Bürgerhaus Böckingen benützen. Damit begann für den Verein eine neue
Ära. Die Freitagabende waren endlich gesichert. Auch für die
Mannschaftskämpfe standen die Räume zur Verfügung oder ein großer
Raum im Jugendbereich. Mit Herbert Gleichner als Hausmeister war ein
verständiger Mann gefunden. Die Voraussetzungen für eine gute
Entwicklung waren nun gegeben. Zwar hielt sich der Zulauf neuer
Mitglieder in Grenzen, aber mit Hans Schaal kam ein stiller Mann, der
Friedrich Fuchs in seiner Jugendarbeit unterstützte und sich als
Materialwart betätigte. Für die spätere Vereinsarbeit wichtig wurde
der Eintritt von Herbert Biedermann 1977 und Valentin Vutuc 1978. Jener
betätigt sich seither als Organisator von Wanderungen, dieser ließ
sich 1980 zum Spielleiter wählen und leistete diesen Dienst bis 1985.
Auch rief er 1981 die erste Großveranstaltung des Vereins, das
Osterturnier, ins Leben. Dazu wurden in den ersten Jahren nur die
Nachbarvereine eingeladen und an drei Freitagen vor Ostern, ab 1989 an
drei Samstagen, je drei Runden nach dem Schweizer System gespielt.
Dahinter stand die Idee, den eigenen Verein durch diese Aktivität für
weitere neue Mitglieder zu empfehlen, auch wenn in den Anfangsjahren die
ersten Plätze gewöhnlich von Gästen belegt wurden. Im gleichen Jahr
stießen mit Klaus-Dieter Mayer und Udo Kaden noch zwei ältere Spieler
zum Verein, von welchen der erste sehr schnell in die erste Mannschaft
kam, der zweite zwei Jahre später zum 2. Vorstand gewählt wurde. Mit
ihm wurde es möglich, einen Computer für die Auslosung der Paarungen
zu verwenden, weil er sich mit solchen Dingen auskannte. Im Jahr 1983
spielte dann beim Osterturnier zum ersten Mal ein Computer mit, ein
CSC9, unter ferner liefen. Aber es war das Zeichen gesetzt, mit besseren
Computern und Druckern auch Turniere mit vielen Teilnehmern zu
veranstalten, weil jetzt sowohl die Paarungen von einer
"unbestechlichen" Maschine gefunden und die Ergebnisse sofort
ausgedruckt werden konnten. Kontrollieren mußte man nur noch die
richtige Eingabe der Ergebnisse.Und man brauchte jemanden, der diese
Maschine besaß und bediente. Da sich nun alles zu fügen schien, immer
mehr Mitglieder zur aktiven Mitarbeit bereit standen und die eigene
Gesundheit Zeichen setzte, glaubte der alte Vorstand, daß die Zeit für
einen Wechsel an der Spitze reif sei.Er besprach sich deshalb mit seinem
2. Vorstand und gab bei der nächsten Jahreshauptversammlung, als er zur
Wiederwahl stand, seinen Rücktritt bekannt. Zurück
1986
Vorstand
Udo Kaden
Einstimmig zum Nachfolger gewählt,
mußte für ihn für ein Jahr auch ein neuer 2. Vorstand gefunden
werden. Zu seiner Überraschung wurde Valentin Vutuc vorgeschlagen und
gleichfalls einstimmig gewählt. Kassier blieb Walter Sundheimer,
Spielleiter Hans-Jörg Herold, Schriftführer Rolf Zeh, Jugendleiter
Steffen Vielhauer, Pressewart Roland Kordon. Für 40 Jahre
Mitgliedschaft erhielten die goldene Vereinsnadel Erwin Friedel,
Friedrich Fuchs, Alfred Kirchdörfer, Walter Sundheimer und Ernst
Reichold. Adalbert Burkert wurde für seine lange Vorstandschaft zum
Ehrenvorstand ernannt.Doch bereits zur Spielerversammlung im Sommer gab
es in Abwesenheit des Ehrenvorstandes eine unerwartete
Auseinandersetzung. Nach erfolgreicher Aufstellung der Mannschaften kam
es zu kränkenden Bemerkungen einiger Jugendspieler an der
Verhandlungsführung des neuen Vorstandes. Weil ihm auch von den
älteren Mitgliedern keine Unterstützung zuteil wurde, kam er zu dem
Schluß, keine Vertrauensgrundlage mehr zu besitzen. Er legte sofort den
Vorsitz nieder und verließ den Verein.
1986
Vorstand
Valentin Vutuc
Mit Unterstützung der gesamten
Vorstandschaft übernahmen anschließend er und sein Spielleiter
kommissarisch die Leitung des Vereins bis zur Hauptversammlung im
nächsten Jahr. Auf dieser wurden ohne Gegenstimmen gewählt: 1.
Vorstand Valentin Vutuc, 2. Vorstand Hans-Jörg Herold, Spielleiter Rolf
Zeh, Schriftführer Holger Gerth, Jugendleiter Steffen Vielhauer,
Kassier und Materialwart Walter Sundheimer, Pressewart Marin Vutuc.
Mancher Spieler mochte sich mit dem schnellen Wechsel der Vorstandschaft
nicht abfinden und trat deshalb aus dem Verein aus. Verluste wurden aber
durch Neuzugänge ausgeglichen, die Spielstärke weiter gesteigert. Zum
65-jährigen Vereinsjubiläum der SKG erhielten von Bürgermeister
Harald Friese Helmut Bechdolf und Walter Sundheimer für ihre Verdienste
im Verein die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg. Um Spieler
in den Verein zu locken, regte der neue Vorstand
Monatsblitzturniere an. Ende des Jahres 1988 veranstaltete er zusammen
mit dem Heilbronner Schachverein im Vereinsheim der Gartenfreunde
Rasenäcker in Böckingen ein Winterblitzturnier, an dem 20 Spieler
teilnahmen. Die drei ersten Plätze gingen nach Eppingen, von 8
Böckingern erreichten Alexander Fischer, Holger Gerth und Rolf Zeh die
Plätze 5, 7 und 10. Zu Beginn des neuen Jahres belebte die
Schachabteilung die Neueröffnung des Autohauses Assenheimer mit einem
Angebot zu einem Simultanspiel. Der erfolgreiche Einsatz wurde belohnt:
Joseph Fischer wurde als Mitglied gewonnen. Im Seeräuberblättle
erscheint seit 1989, mehr oder weniger regelmäßig, eine Schachspalte
mit Nachrichten aus unserem Verein.Das Osterturnier wurde erstmals an
einem einzigen Tag durchgezogen, dem Ostermontag 1990. Als offenes
Turnier ausgeschrieben, zog es 55 Teilnehmer an.
Joseph Fischer wurde neuer Kassier des
Vereins. Stolz berichtete er in der SKG- Jahreshauptversammlung im
Februar 1991 aus dem Schachverein: Unser Jungstar Christian Mann, der
bei dem Zweitbundesligaverein Marbach spielt, aber immer noch bei uns
Mitglied ist, erspielte sich bei drei internationalen Turnieren in der
ehemaligen DDR, in Ungarn und in Dänemark den Titel eines
Internationalen Schachmeisters. Er ist der erste Träger eines solchen
Titels im Unterland.
Die gute Stellung der ersten Mannschaft
in der Landesliga gab Anstoß zu Überlegungen, wie die Stellung
gehalten oder sogar weiter verbessert werden könnte. Die guten
Verbindungen zum Heilbronner Schachverein, der meist zwei Klassen höher
spielte, sonst aber mit ähnlichen Problemen zu tun hatte, legten eine
nähere Zusammenarbeit nahe. So kam es zu dem Gedanken, eine Fusion
beider Vereine zu erwägen. Im eigenen Verein wurde dieses Ansinnen vor
allem von älteren Mitgliedern als verfrüht und wenig realistisch
abgelehnt, eine spätere Unterredung mit Vertretern des Heilbronner
Schachvereins aber empfohlen.
Von den 26 Mitgliedern, die seit 1986
dem Verein beitraten, erwiesen sich Michael Hövekamp, Joseph Fischer
und in jüngerer Zeit Thomas Beil als besonders nützlich, weil sie sich
selbstlos als Funktionäre zur Verfügung stellten.
Wilhelm Müller ziert als ältestes
Mitglied die Tabelle. Er spielt mit seinen 88 Jahren immer noch aktiv
und erfolgreich mit. Die Vereinskasse stärkte er mit einer hochherzigen
Spende. Zurück
1992
Vorstand
Rolf Zeh
Bei der nächsten Jahreshauptversammlung
trat Valentin Vutuc aus gesundheitlichen Gründen zurück. Die Nachfolge
hatte er vorsorglich abgesprochen. In einstimmiger Wahl wurde Rolf Zeh
zum 1. Vorstand gewählt, Michael Hövekamp zum 2. Vorstand, Jürgen
Kleinert zum Spielleiter, Steffen Vielhauer zum Jugendleiter, Hans-Jörg
Herold zum Pressewart, Holger Gerth zum Schriftführer und Joseph
Fischer wieder zum Kassenwart. Lars Bullinger wurde Materialwart.
Die Jugendabteilung wirkte auf neue
Jungspieler recht anziehend, so daß bisweilen auch noch ihre Väter zum
Beitritt veranlaßt wurden. Dazu gehörten Julian Bissbort und Bartosch
Drewniok. Bemerkenswerter Weise fanden auch Umsiedler aus den GUS-
Staaten ihren Weg in den Verein, wo sie gern gesehen sind. Mit ihrer
teils hohen Spielstärke trugen sie zur Festigung der Mannschaften bei.
Alfred Bückert stellte sich sogar als 2. Vorstand zur Verfügung.
Im Jahr 1994 trat mit 9 Jahren Hannes Rau in den Verein ein und
überflügelte bald seinen Bruder Frank. Heute spielt er souverän in
der Landesliga in der 1. Mannschaft. Diese erfuhr eine starke Stütze
durch den Beitritt von Hans-Martin Scharping 1996. Die Schachvereine der
Umgebung entschlossen sich 1992, abwechselnd Neckarblitzturniere zu
veranstalten. Unser Verein beteiligte sich an der Ausrichtung der
Heilbronner Stadtmeisterschaft, was bisher ein Privileg des Heilbronner
Schachvereins war. Das Seniorenturnier wird zu Ehren des verstorbenen
Ehrenmitglieds in Erwin Friedel-Gedächtnisturnier umbenannt.Jürgen
Kleinert gibt sein erstes SVB-Info heraus, absolviert verschiedene
Lehrgänge und avanciert zum Nationalen Schiedsrichter. In dieser
Funktion wird er erstmals bei Wettkämpfen der 1. Bundesliga im Jahr
1996 in Eppingen eingesetzt.Eine Neuregelung der Zuschußordnung
für die Jugendarbeit erforderte im Oktober 1993 die Herabstufung des
bisher im Rahmen der SKG selbstständigen Schachvereins 23 Böckingen zu
einer Abteilung Schach in der SKG. Den traditionellen Namen durften wir
behalten. Die Folge aber ist, daß wir als Abteilung z. B. keinen
Zuschuß mehr für das 75-jährige Jubiläum von der Stadt erwarten
dürfen. Die gestiegenen Kosten an die Verbände erforderten eine
Beitragserhöhung 1995 auf 96 DM Jahresbeitrag für verdienende
Erwachsene, die mit Verständnis aufgenommen wurde. Im Jahr 1948 war
eine Erhöhung auf 9 RM Anlaß genug, daß einige Mitglieder die Zahlung
verweigerten. Das traditionelle Osterturnier wird in Friedrich
Fuchs-Gedächtnisturnier umbenannt. Großzügiges Sponsoring durch
Klaus-Dieter Mayer ermöglichte im November 1995 erstmals, ein
Trainingslager mit GM Lothar Vogt in Altensteig zu absolvieren,
was zur Steigerung der Spielstärke beitrug. Zur Vorbereitung auf die
Spielzeit 96/97 wurde ein Freundschaftsspiel gegen Willsbach
organisiert, welches knapp gewonnen wurde. Erneut konnte ein Training
mit GM Vogt realisiert werden. Diesmal wurde der sympathische GM nach
Böckingen eingeladen, um wieder einige Übungseinheiten durchzunehmen.
Die gesamte 1. Mannschaft nahm daran teil. Tags zuvor hatte der GM im
Bürgerhaus an 18 Brettern simultan gespielt. Dabei konnte ihn Rolf Zeh
besiegen und Herbert Biedermann Remis erzielen. Die übrigen Bretter
wurden eine Beute des Großmeisters. Eine weitere Belebung des
Spielbetriebs brachte die Einführung von B(litz) A(m) F(reitag)
-Turnieren im Jahr 1997. Zum dritten Mal wurde ein Training mit GM Vogt
organisiert, diesmal in einer Jugendherberge in Bad Mergentheim. Durch
die Fleißarbeit von Jugendleiter Joseph Fischer kann der Verein im Jahr
1997 erstmals in seiner Geschichte 5 Mannschaften zum Spielbetrieb
anmelden! Mit Günter Funk begrüßen wir ein "Urgestein" des
Heilbronner Schachvereins in unserer Mitte. Er stellte sich nach kurzer
Eingewöhnungsphase für den Einsatz am 3. Brett der "Ersten"
zur Verfügung und belebt auch sonst den Verein durch seine rege
Teilnahme an allen vereinsinternen Turnieren. Im Pokalturnier, das im
Schnellschachmodus mit 20 Minuten Bedenkzeit pro Spieler ausgetragen
wird, konnte er 1997 den 1. Platz für sich verbuchen. In der
Gesamtwertung der Quartalsblitz-Serie 1997 wurde er Dritter hinter
Viktor Arnst und Hannes Rau, der sowohl hierbei als auch bei der
BAF-Serie 1997 den 1. Platz gewann. Im Rahmen der
Jahreshauptversammlung, die im Januar 1998 stattfand, wurde Gustav
Rosenberger, der im Jubiläumsjahr seine 50-jährige Mitgliedschaft im
Verein begeht, zum Ehrenmitglied ernannt. Diese Ehrung wurde im Jahr
1996 schon Ernst Reichold - ebenfalls für 50-jährige Mitgliedschaft -
zuteil. Zurück
Mannschaftsaufstellungen
März
1948
1. Mannschaft
1. Friedrich
Löchner, 2. Friedrich Fuchs, 3. Drexel, 4. Setzer, 5. Ernst Schmid, 6.
Westenberger, 7. Alfred Kirchdörfer, 8. Nußbaum, 9. Walter Sundheimer,
12. Ferdinand Stiegler
1973
1. Mannschaft
1.Eitel Jandt, 2. Ernst Reichold, 3. Walter Sundheimer, 4. Valentin
Reiter, 5. Roland Kordon, 6. Peter Kercher,7. Rolf Wunderlich, 8.
Adalbert Burkert, 9. Friedrich Fuchs, 10. Alfred Kirchdörfer.
2. Mannschaft
1.Alfred
Kirchdörfer, 2. Paul Haas, 3. Helmut Bechdolf, 4. Adolf Dunger, 5.
Erwin Friedel, 6. Gustav Rosenberger, 7. Erich Gloß, 8. Erich Riedrich,
9. Ernst Schmid.
3. Mannschaft
1.Fritz
Wunderlich, 2. Erwin Schöneck, 3. Georg Suchetzky, 4. Ferdinand
Stiegler, 5. Franz Haupt, 6. Manfred Krüger, 7. Toni Köhler
1997
1.
Mannschaft
1.Hans-Martin
Scharping, 2. Dr. Holger Gerth, 3. Günter Funk, 4. Steffen Vielhauer,
5. Rolf Zeh, 6. Thomas Beil, 7. Hannes Rau, 8. Klaus-Dieter Mayer.
2. Mannschaft
1. Hans-Jörg
Herold, 2. Herbert Biedermann, 3. Rudolf Kinder, 4. Viktor Arnst, 5.
Frank Rau, 6. Peter Neumann, 7. Valentin Vutuc, 8. Ernst Reichold.
3. Mannschaft
1.Andreas
Großmann, 2. Alfred Bückert, 3. Adalbert Burkert, 4. Helmut Bechdolf,
5. Peter Pflüger, 6. Waldemar Drewniok, 7. Julian Bissbort, 8.
Bartosch Drewniok.
Zurück
Mannschaftskämpfe
Die 1. Mannschaft spielte in der
Landesliga 1948, 1950, 1951, 1955, 1959, 1964, 1965, 1967, womit die
Tabelle beginnt. Dazwischen lagen ihre Kämpfe in der Bezirksliga, wo
sie meist mehrere Jahre brauchte, bis sie wieder zu ihrer alten
Spielstärke zurückfand. Nur 1986 schaffte sie den Aufstieg schon nach
einem Jahr. In der Landesliga spielte sie 1971 - 1973, 1979, 1984 -
1985, 1987 - 1991.
Die 2. Mannschaft zeigt zwei
verschiedene Gesichter: Vor 1980 spielte sie fast immer in der A -
Klasse. Ausnahme waren zwei Jahre in der Kreisklasse 1969 und 1970 und
ein Jahr in der B - Klasse 1979. Nach 1980 war sie fast nur noch in der
Bezirksklasse, wozu sie einen gewaltigen Anlauf von drei Jahren nahm,
der sie so viel Kraft kostete, daß sie sofort wieder in die Kreisklasse
abstieg. Aber nur für ein Jahr. Von 1983 - 1988 behauptete sie sich in
der Bezirksklasse, dann ruhte sie sich wieder für ein Jahr in der
Kreisklasse aus, um wieder in der Bezirksklasse weiterzumischen.
Die 3. Mannschaft konnte nur aufgestellt
werden, wenn noch genügend Spieler vorhanden waren. Sie spielte
naturgemäß in der C - Klasse. Ab 1979 konnte sie immer aufgestellt
werden und schaffte im nächsten Jahr den 2. Platz. So durfte sie in der
B - Klasse kämpfen und erkämpfte sich auf Anhieb den 1. Platz, so daß
sie ab 1982 in der A - Klasse spielen durfte. 1987 machte sie wieder
einen Ausflug in die B - Klasse. Seit 1988 spielte sie wieder mit in der
A - Klasse. Im Jubiläumsjahr spielt sie in der C - Klasse.
Eine 4. Mannschaft sollte als
Vierer-Mannschaft in der D - Klasse vor allem Jugendspieler
Wettkampfbedingungen erleben lassen. Das wurde bisher 1991 einmal
versucht. Ein zweiter Versuch soll 1998 gemacht werden.
Die steilen Anstiege am Anfang der 80er
Jahre sind auf das Erstarken vieler Jugendspieler und dem Beitritt sehr
starker Spieler in den Verein zurückzuführen, die sofort in die 1.
Mannschaft kamen. Aus dieser mußten einige nicht mehr so starke Spieler
in die zweite Mannschaft, und das setzte sich auch für die dritte
Mannschaft fort. Dazu kommt, daß sich hochkarätige Altspieler wieder
aktivieren ließen und sich nicht zu schade waren, auch außerhalb der
ersten Mannschaft zu spielen. Die einmal wiedererweckte Spiellaune
führte dazu, daß sie die Lücken ausfüllen konnten, die durch
Austritte starker Spieler der ersten Mannschaft entstanden
waren. Zurück
Vereinsmeisterschaften
Die wichtigste vereinsinterne
Entscheidung war immer die Vereinsmeisterschaft. Für diese wurde sehr
bald ein Pokal angeschafft, den die Familie Bachofer über die
Verbotszeit 1933 bis 1945 gerettet und 1946 wieder zur Verfügung
gestellt hatte. Dieser Pokal verschwand wieder in den 60er Jahren. Ein
Exemplar, das zum 25-jährigen Jubiläum der Wiedergründung dem Verein
durch Vermittlung des Heilbronner Schachvereins zurückgegeben wurde,
scheint nicht dieser Hauptpokal zu sein. Es wurde ein Ersatzpokal
gefertigt und seinerzeit dem 7fachen Vereinsmeister Ernst Reichold als
persönlicher Besitz übereignet. Die Vereinsmeisterschaft wurde anfangs
im Rundensystem jeder gegen jeden ausgetragen. Es wurden 40 Züge in 2
Stunden gespielt, anschließend je weitere 20 Züge mit 1 Stunde
Bedenkzeit. Diese an sich gerechteste Ausspielweise der
Vereinsmeisterschaft krankte an der mit ihr verbundenen sehr langen
Dauer des Turniers, abhängig von der Zahl der beteiligten Spieler.
Deshalb sah man sich manchmal gezwungen, die Teilnehmer in eine A- und
B-Gruppe aufzuteilen und entweder alle stärkeren in die A-Gruppe zu
stellen, um diese allein um den Vereinstitel kämpfen zu lassen und die
bestplazierten der Gruppe B für das nächste Jahr zu qualifizieren,
oder beide Gruppen gleich stark zu machen und die jeweils besseren
Hälften schließlich noch einmal gegeneinander antreten zu lassen.
Einen Zeitgewinn brachte diese Methode nicht. Die Folge war, daß manche
Turniere nicht vollständig zu Ende gespielt wurden, obwohl der
Vereinsmeister noch nicht zweifelsfrei feststand. Bei neu eingetretenen
Mitgliedern, vor allem wenn sie für die erste Mannschaft vorgesehen
waren, verlangte man zunächst einen Nachweis ihrer Spielstärke durch
Teilnahme und Bewährung in diesem Vereinsturnier. Dies galt auch dann,
wenn sie nachweislich schon in einer hohen Spielklasse gespielt hatten.
Auf diese Weise verlor man sie oft wieder, ehe sie noch einen Zug für
den Verein gemacht hatten.
Eine Verkürzung der Turnierdauer konnte
man durch eine Beschränkung der Rundenzahl erreichen. Dazu bietet sich
das Schweizer System an. Sein Nachteil ist, daß jeder nur gegen einen
Teil der Turnierspieler antreten kann und mancher das Gefühl hat, dem
Zufall ausgeliefert zu sein, gegen welche Spieler er antreten muß.
Hinzu kam bisweilen Ärger über die Erstauslosung und ein gewisses
Mißtrauen zu der schwierigen Zusammenstellung der Paarungen für die
nächsten Runden. Das konnte einigermaßen durch neutrale Beobachter bei
der Zusammenstellung der nächsten Spielerpaarungen gemildert werden.
Mit der Einführung der Ingo-Zahlen und später der Deutschen
Wertungs-Zahlen trat endlich eine gewisse Beruhigung in dieser Hinsicht
ein. Der Einsatz des Computers mit entsprechenden Programmen ermöglicht
jetzt den Einsatz dieses zeitsparenden Systems bei allen Phasen des
Turniers. Letzten Endes kann jeder auch das Ergebnis als gerecht
ansehen. Glück und Pech sind nun einmal Weggenossen eines jeden
Spielers. Was keine Spielmethode und Austragungsart beeinflussen kann,
ist die Bereitschaft der einzelnen Spieler, überhaupt zu Turnieren
anzutreten, und ihre Disziplin, sie auch bis zum manchmal bitteren Ende
durchzustehen. Daran hat sich seit Beginn des Schachspiels als
Turniersport nichts geändert. Und so bleibt festzuhalten, daß in den
Anfangsjahren unseres Vereins die meisten Spieler der 1. Mannschaft auch
um den Vereinstitel kämpften, später die Bereitschaft nachließ, oft
weil die berufliche Belastung zu groß wurde, und in den letzten Jahren
der Spielleiter schon froh ist, wenn wenigstens 3 Spieler der 1.
Mannschaft am Vereinsturnier teilnehmen. Strenge Regelungen zeigten sich
als unerläßlich, um späteren Vorwürfen von Spielabsprachen und
Ergebnisverfälschungen zu begegnen: die letzte Runde wird ohne
jegliches Vor- oder Nachspielen durchgezogen.
Neben dem Hauptturnier wurde in den
Anfangsjahren auch ein Sommerturnier mit verkürzter Bedenkzeit um einen
von Erich Kaps gestifteten Pokal gespielt. Der zurückgegebene Pokal
scheint dieser Sommerpokal zu sein. Es läßt sich aber nicht
feststellen, ob er das Original oder eine Nachbildung ist. Seit 1966
spielt man noch um einen von Joachim Köhler gestifteten Blitzpokal.
Inzwischen wird von den Senioren des
Vereins um einen von der Familie Friedel gestifteten Seniorenpokal im
"Erwin Friedel-Gedächtnisturnier"
gekämpft. Zurück
Jugendarbeit
Von Anfang an lockte das Schachspiel
junge Menschen an. Mit 13 Jahren kam Ernst Reichold 1946 zum
neubegründeten Verein und konnte 1954 Vereinsmeister werden und auch
noch den Pokal des Sommerturniers gewinnen.
Friedrich Fuchs leitete 1975 eine
besondere Schachgruppe, die aus Jugendlichen bestand. Er nannte sie
Schachclub 64, um sie gegenüber dem Stammverein abzusetzen und zu
unterstreichen, daß sie ganz frei vom Verein sind. Seine Hoffnungen,
damit neue Mitglieder für den Stammverein zu gewinnen, erfüllten sich
nur teilweise. Nach dem Wechsel des städtischen Jugendleiters
verringerte sich der Besuch des Schachclubs 64 so stark, daß das
Vorhaben aufgegeben wurde. Die Jugendarbeit wurde von da an voll in den
Stammverein integriert, die Jugendlichen von 18-20 Uhr in das
Rombach-Zimmer eingeladen.
Mit großer Geduld und Einfühlsamkeit
förderte er die Jugendlichen. Hans Schaal und Fritz Wunderlich
unterstützten ihn dabei. Die Folge war, daß die Jugendgruppe
allmählich so erstarkte, daß sie sich selbst verwalten konnte. Holger
Gerth und Rolf Zeh stießen 1977 im Alter von 13 Jahren dazu, 1979 kamen
Andreas Großmann, Hans-Jörg Herold und Jürgen Kleinert im Alter von
15, 17 und 18 Jahren. Hauptfeldwebel Frisch bedankte sich im Dezember
1979 schriftlich für die kostenlose Ausleihe von Schachuhren durch
unser früheres Jugendmitglied Bernd Böhm: "Dadurch trugen Sie
dazu bei, unseren kasernierten Soldaten einen herrlichen Abend im Sinne
der Freizeitgestaltung zu ermöglichen."
Das Jahr 1981 brachte nochmals einen
großen Schub von jungen Spielern, aus welchen Christian Mann,10 Jahre,
und Steffen Vielhauer herausgehoben zu werden verdienen. Andreas
Großmann belegte im Vereinsturnier dieses Jahres den 3. Platz und wurde
damit bester Jugendspieler. Seit dem 9. 7. 1981 gibt es die ersten
ausgebildeten Schach-Übungsleiter mit einer staatlichen Lizenz des
Landes Baden-Württemberg. Zu diesen gehörte Patrik Weber aus unserem
Verein. Im Mai 1982 wurde zum ersten Mal eine Vereinsjugendmeisterschaft
ausgespielt, und Sieger wurde Steffen Vielhauer. Christian Mann wurde
1988 württembergischer Jugendmeister und ist seit 1990 Internationaler
Meister. Er spielt in der Ersten Bundesliga. Beim Osterturnier 1982
wurde Rolf Zeh mit einem 5. Platz bester Jugendspieler.
Erfreulich war, daß sich die älter
werdenden Jugendspieler der Schulung der wirklichen Jungspieler
widmeten. Besonders zu erwähnen sind hier Steffen Vielhauer, der sich
jahrelang als Jugendleiter betätigte, und Marin Vutuc, der ihn hierbei
unterstützte. Marin war darüberhinaus 1989-1991 Spielleiter des Württ.
Schachjugendverbandes. Als solcher führte er 1990 im ASV-Heim die
Württ. Jugendblitzmeisterschaft durch. Hansjörg Herold und Jürgen
Kleinert setzten diese gute Tradition fort. Jürgen Kleinert erwarb 1993
die Lizenz als Nationaler Schiedsrichter. Unterstützt werden sie von
einem älteren, später hinzugekommenen Mitglied, Joseph Fischer. Auch
dieser qualifizierte sich 1993 durch den Erwerb einer Trainerlizenz als
Fachübungsleiter für die Sparte Schach. Unternommen wurden auch
Ausflüge nur mit Jugendlichen mit Sport und Spiel, 1989 verbunden mit
einem Grillfest, 1996 nach Michelbach.
Seitdem vom Schachverband die
Beteiligung der Vereine an den Schacharbeitsgemeinschaften der Schulen
gefördert wird, meldete auch unser Verein seine Kooperation mit dem
Theodor-Heuss-Gymnasium Heilbronn 1991 an, wo Adalbert Burkert seit 15
Jahren die Schach-AG leitete. Joseph Fischer begann 1996 eine
Kooperation mit der Reinöhl-Schule in Böckingen.
Mit Hannes Rau, einem Enkel unseres
verstorbenen Ehrenmitglieds Friedrich Fuchs, wächst ein neues Talent
heran. Im Jahr 1996 wurde er Bezirks-, Bezirksjugendblitz- und
württembergischer Meister und Jugendblitzmeister der E-Jugend. Bei der
anschließenden Deutschen Meisterschaft der E-Jugend wurde er Dritter.
Bei der Württembergischen D-Jugendmeisterschaft 1997 siegte er
überlegen.
Ein weiteres großes Talent ist Julian
Bissbort, der im gleichen Jahr Kreisjugendmeister und
Bezirksjugendvizemeister wurde. Im Jahr 1997 wurde er
Bezirksjugendmeister der D-Jugend, Jugendvereinsmeister und gehörte zur
Schulmannschaft der Wertungsklasse 3 des Theodor-Heuss-Gymnasiums
Heilbronn, welche die Meisterschaft von Baden-Württemberg erkämpfte
und an der Deutschen Meisterschaft teilnehmen durfte, wo sie allerdings
nur einen 12. Platz erreichte. Auf einen ähnlichen Erfolg konnte bisher
der Verein nur 1979 mit Patrik Weber hinweisen, der damals mit der
Schulmannschaft der Wertungsklasse 1 des
Justinus-Kerner-Gymnasiums Heilbronn die Meisterschaft von Württemberg
errang und um die Süddeutsche Meisterschaft kämpfen
durfte. Zurück
Geselligkeit
Gründungsvorstand Adolf Bachofer
stärkte den Zusammenhalt seiner Mannen durch Feste und Feiern. Er
konnte ganz allein einen vollen Saal einen ganzen Abend unterhalten, wie
alte Mitglieder berichteten.
Unter Trinkner herschte ein reges
geselliges Leben im Verein. Davon zeugen Einladungskarten zu
Winterfeiern und Kappenabenden und die Berichte über Vereinsausflüge.
Die Kosten wurden damals aus Spenden bestritten. Das konnten 5
Reichsmark sein oder ein lebender Hase. Um das 25-jährige Jubiläum zu
feiern, wurde das Ministerium in Stuttgart angeschrieben. Es sollte 60 l
Wein bewilligen. Als man nur 30 l bekam, was für die erwarteten 120
Besucher zu wenig war, beschloß man einstimmig, diesen an einem
internen Herrenabend am 16.2.1948 "gemeinsam und gerecht an die
Mitglieder zu verteilen." Die eigentliche Jubiläumsfeier fand am
22.1.1949 im SKG-Sporthaus statt. Als Vertreter der Stadt Heilbronn war
dazu Bürgermeister Karl Nägele erschienen und hatte mit den
Schachfreunden einen angeregten Abend verbracht. Wanderungen zusammen
mit den Familien zur Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls und als
Entschädigung für das lange Fernbleiben der Männer und Väter an
Freitagen und an manchen Sonntagen mit Auswärtsspielen wurden von Ernst
Schmid und Paul Haas mustergültig geplant und zielsicher angeführt, so
daß am Schluß die Schachfamilie müde, aber glücklich zusammensaß,
z. B. nach Vellberg, zur Burg Waldenstein in das Rottal oder zur
Charlottenhöhle.
In Geck´s Saalbau feierte der
Schachverein sein 40-jähriges Jubiläum.
Am 50-jährigen Jubiläum, zu dem etwa
100 Gäste in den SKG-Saal kamen, sprach OB Dr. Hoffmann zu den
Schachfreunden, der Vorstand verlas die Glückwunschschreiben der
Bürgermeister Karl Nägele und Erwin Fuchs sowie den herzlichen
Glückwunsch der Enkelin von Adolf Bachofer, Frau Tirla aus Bad Aibling,
dem ein Blumenstrauß beigefügt war. Altmeister Friedrich Löchner
zitierte aus seinem Vortrag: ...Nicht nur, weil es um einen König geht,
und nicht nur, weil es an Königshöfen zuerst gespielt wurde, heißt
unser Spiel ein königliches Spiel: Es ist königlich in seiner Idee,
königlich in seinem Gehalt, königlich in seiner Ausstrahlung,
königlich in seiner Wirkung: Erhaben und erhebend und wert unserer
ganzen Hingabe, Einsamkeit überwindend und Gemeinsamkeit schaffend,
Gegensätze überbrückend und wahrhaft völkerverbindend ragt es
weithin sichtbar aus der schier unübersehbaren Fülle der Spiele
heraus, die der menschliche Geist der menschlichsten aller
Beschäftigungen schuf: dem Spielen.
Die Stadt Heilbronn ehrte Friedrich
Fuchs 1979 als Sportpionier. Herbert Biedermann führte zahlreiche
Ausflüge durch, unter welchen die Schwarzwaldwanderung nach dem Besuch
von Freudenstadt unvergessen blieb. Neben der Beobachtung eines
Feuersalamanders konnten sich die Wanderer nach Einbruch der Dunkelheit
in einer Gastwirtschaft erholen und ihre Kleidung trocknen lassen, um
schließlich mit dem umdirigierten Bus wieder glücklich heimzufahren.
Der rührige Vorstand Valentin Vutuc
kümmerte sich besonders um die Ausgestaltung der Weihnachtsfeiern, die
durch das Ehepaar Fuchs einen festlichen Rahmen erhielten. Erstmals 1987
wurden hierbei auch die Ehrungen für Siege, Jubiläen und
sonstige Verdienste im abgelaufenen Jahr vorgenommen. Er sorgte aber
auch dafür, daß noch weitere gesellige Zusammenkünfte während des
Jahres stattfanden. Einmal organisierte er einen Vereinsausflug an den
Bodensee mit dem Rollenden Trollinger. Von der Stadt Heilbronn wurden
1989 Christian Mann als deutscher Jugend-Vizemeister als Sportler des
Jahres und Adalbert Burkert als Sportpionier geehrt. Ausflüge zum
Maimarkt nach Mannheim, in den Heilbronner Wald und in das
Elfenbeinmuseum in Erbach, eine Wanderung durch den Welzheimer Wald
waren weitere gesellige
Höhepunkte. Zurück